Das Projekt
WINTERREISEN - Ein Kommentar zu Schuberts Winterreise
„Der Schubertschen Winterreise wächst aus der Gegenwart ein neuer, geradezu sozialpolitischer Sinn zu. Die Menschen dagegen geraten in den Sog eines Kunstwerks, das sie auch nach langer Zeit noch immer ansieht und versteht.“ Peter Uehling, Berliner Zeitung1827 schickte der österreichische Komponist seinen namenlosen Protagonisten mit einem „schauerlichen Zyklus“ zum ersten Mal auf Wanderschaft. 24 Lieder lang taumelt er angetrieben von romantischen Sehnsüchten und sozialen Abgründen rastlos durch eine einsame Winterlandschaft. Er verliert sich in den literarischen Metaphern Wilhelm Müllers, um letztendlich als Ikone des Ausdrucks innerer Zerrissenheit im weltberühmten Klassik-Format in den CD-Regalen des Bildungsbürgertums anzukommen.
Die Themen der Winterreise haben ihre Gültigkeit auch jenseits des berühmten Liederzyklus nie verloren und berühren Lebenstagenten häufiger als öffentlich und medial thematisiert.
Seit 2007 sucht die Musik Plattform written-not-written nach der Aktualität der Winterreise durch regelmäßige Workshops und die Arbeit an einem sich fortbewegenden Stück, “WINTEREISEN”.
Die “24 unvollendete Lieder für Klavier und Stimmen” von dem Komponisten und Projekt Initiator Augustin Maurs dienen als musikalische Basis. Ohne ein Ton von Schubert zu enthalten, folgen sie den Strukturen der Originalen und spielen mit verschiedenen Lied-Formen seit der Schubert Zeit bis Heute; Volkslied, Kunstlied, Pop Lied, Chanson, Rap, Techno und andere.
Diese musikalischen Pattern werden von einer modellierbaren Besetzung von Gast-Darstellern/ Musikern unterschiedlichen Alters und aus verschiedenen Kontexten durch Textbeiträge, Interviews, gesprochene und Gesungene Stimmen ergänzt.
Das Projekt wird je nach Spielort anders besetzt und befindet sich innerhalb der Thematik und der musikalischen Struktur in ständiger künstlerischen Bewegung. Es findet immer wieder neue, professionelle und nicht professionelle Akteure und generiert sein eigenes Lern- und Entwicklungsprozess.
Der Liederzyklus des 21. Jahrhunderts ist ein sich fortbewegender Organismus.
Mitwirkende seit 2007:
- Künstler:
Augustin Maurs - Künstlerische Leitung
Björn Lehmann - Klavier
Joachim Schütz - Elektronik
Michael Wilhelmi, klavier
Andre Bartetzki, Elektronik
Christian Marien – Schlagzeug, Aaron Synder - Schlagzeug
Afro Hesse, Lorent & Francois Ardouvin / chimère
Verena Harzer - Dramaturgie
- Texte und Stimmen:
Pinar Kaya, Luca Plachy, Florian Pfeiffer, Razwan Mohammad, Julian Damovsky, Dagobert, Louison Selmane,
Anneliese Haese, William Laguerre, Clémentine Aussourd, Julian Damovsky, Pinar Kaya,
Prune Mestre, Ornella Mormin, Luca Plachy, Florian Pfeiffer, Razwan Mohammad,
Olivier Grienenberger, Fatmagul Yaman,
Looniz, Samso, Billal, Sofiane, Tony, Anil, Geso, Gaspard, Sedo, Crime, Sanni, Mizzion, Skaz -
- Team:
Friederike Zenk, Timo Domröse - Produktionsleitung
Änne Marthe-Kühn, Jordane Maurs - Koordination & dramaturgische Assistenz
Damian Arikas, Organisation
Mario Stumpfe - Presse & Öffentlichkeitsarbeit
Ilhan Emirli & Outreach, Mobile Jugendarbeit (Berlin), collectif fusion (Villers le Bel) - Soziale Betreuung
Leila Saadna, Dokumentation
Fabian Bleich, Licht
